Ratgeber · Reform 2027

Fahren üben
mit Eltern.

Der Bundestag hat am 5. November 2026 beschlossen: Fahrschüler sollen künftig auch mit nahestehenden Personen üben dürfen, zum Beispiel mit Mutter oder Vater. Das ergänzt die Fahrschule, ersetzt sie aber nicht. Der Bundesrat muss noch zustimmen, und jedes Bundesland muss das Modell einzeln einführen.

Stand: Bundestag hat beschlossen, Bundesrat entscheidet noch. Der Bundestag hat am 05.11.2026 das Gesetz zur Reform der Fahrausbildung beschlossen. Der Bundesrat muss dem Gesetz und der Verordnung noch zustimmen, seine nächste Sitzung ist am 20.11.2026. Laut Verordnungsentwurf startet die Reform in zwei Stufen: Ab 1. Januar 2027 soll die Theorie frei lernbar sein, auch komplett per App. Ab 1. Juli 2027 sollen die neue Prüfung und das Gesetz gelten, etwa das Üben mit Eltern. (Stand 06.11.2026)

Kurz gesagt: Möglich wird das über eine Experimentierklausel. Bisher hat kein Bundesland das Modell eingeführt. Die Details zu Kilometern, Beobachtungsfahrt und Schild stehen nur im Entwurf einer Verordnung und können sich noch ändern.

Was im Gesetz steht

Diese Punkte sind beschlossen, stehen also im Gesetz, das der Bundestag verabschiedet hat. Gegenüber dem Regierungsentwurf hat der Bundestag die Regeln verschärft: Die Sicherheitsanforderungen stehen jetzt direkt im Gesetz.

Wer oder wasVoraussetzung laut Gesetz
FahrschülerTheorieprüfung bestanden und 6 Fahrstunden in der Fahrschule
Begleiterseit mindestens 7 Jahren Pkw-Führerschein, höchstens 1 Punkt in Flensburg
Beziehungbesonderes Näheverhältnis, zum Beispiel Eltern
Vorbereitungtheoretische und praktische Vorbereitung des Begleiters in der Fahrschule
Bundeslandmuss das Modell per Verordnung einführen

Quellen: Deutscher Bundestag, dpa und AUTOHAUS vom 05.11.2026.

Wichtig für Eltern: Das Modell ergänzt die Fahrschule. Die Grundlagen lernt dein Kind dort, und auch du wirst dort auf deine Rolle vorbereitet.

Ohne das Bundesland geht nichts

Das Üben mit Eltern gilt nur in Ländern, die es per Landesverordnung einführen. Man spricht von einem „Opt-in“. Stand 6. November 2026 hat noch kein Bundesland diesen Schritt gemacht.

Offen ist, wann welches Land mitmacht. Das Modell kann also in einem Land früher starten als in einem anderen. Ein Land kann auch ganz darauf verzichten.

Wichtig: Das Gesetz soll am 1. Juli 2027 in Kraft treten. Üben mit Eltern ist frühestens dann möglich, und nur, wenn euer Bundesland das Modell eingeführt hat.

Der Ablauf laut Entwurf

Die Einzelheiten soll eine eigene Verordnung regeln, die Fahrpraxisanleiter-Verordnung (FahrPraxAnlV). Sie liegt nur als Entwurf vor. Der Bundesrat muss noch zustimmen. So sieht der Ablauf dort aus:

  1. Bundesland prüfen: Das Modell muss in eurem Land eingeführt sein.
  2. Theorieprüfung und 6 Fahrstunden: Dein Kind besteht die Theorieprüfung und fährt 6 Stunden in der Fahrschule.
  3. Einweisung: Fahrschüler und Anleiter besuchen gemeinsam eine Einweisungseinheit in der Fahrschule.
  4. Genehmigung: Sie wird einmalig erteilt, für bis zu 12 Monate. Benannt werden 1 oder 2 Anleiter.
  5. Üben mit Schild: Am Auto hängt ein Schild „Übungsfahrt“. Die Haftpflicht muss geklärt sein. Autobahn ist noch nicht erlaubt.
  6. Beobachtungsfahrt nach 500 bis 600 km: Diese Fahrt ist Pflicht.
  7. Mindestens 6 weitere Fahrstunden in der Fahrschule. Autobahn mit dem Anleiter erst nach der Beobachtungsfahrt.
  8. Nach 1.000 km: Je nach Stand kann weitere Ausbildung in der Fahrschule folgen. Die Fahrschule bestätigt die Prüfungsreife, danach kommt die praktische Prüfung.

Weitere Punkte im Entwurf: Die Anleitung ist unentgeltlich, und der Anleiter darf keine Fahrverbote haben. Das Modell ist als befristete Erprobung angelegt. Alle Zahlen in diesem Abschnitt stammen aus dem Entwurf und können sich noch ändern.

Der Unterschied zu BF17

Beides klingt ähnlich, ist aber etwas anderes. Beim Üben mit Anleiter hat dein Kind noch keinen Führerschein. Es steckt mitten in der Ausbildung, vor der praktischen Prüfung.

Beim Begleiteten Fahren ab 17 fährt dein Kind dagegen erst nach bestandener Prüfung, mit Begleitung. Das neue Modell soll also Fahrpraxis während der Ausbildung bringen. Mehr dazu: Begleitetes Fahren ab 17.

Fahrtenbuch und Kosten

Für das Üben mit Eltern haben wir in TheorieCoach ein Fahrtenbuch schon entwickelt. Wir schalten es frei, sobald die Regeln gelten. Bis dahin hilft die App bei der ersten Voraussetzung: der Theorieprüfung.

Ob das Modell den Führerschein günstiger macht, ist offen. Fahrstunden in der Fahrschule bleiben Pflicht, vor und nach der Übungsphase. Unsere Einordnung: Führerschein-Kosten 2027. Mehr für Eltern: Reform für Eltern.

Häufige Fragen

Dürfen Eltern ihrem Kind jetzt schon das Fahren beibringen?

Nein. Beschlossen hat der Bundestag das Modell, der Bundesrat muss noch zustimmen. Außerdem muss euer Bundesland es einführen, und das hat noch kein Land getan.

Wer darf Fahrpraxisanleiter sein?

Beschlossen: eine nahestehende Person, z. B. ein Elternteil, mit mindestens 7 Jahren Pkw-Führerschein und höchstens 1 Punkt in Flensburg. Sie wird in der Fahrschule vorbereitet.

Wie viele Kilometer muss man fahren?

Laut Entwurf folgt nach 500 bis 600 km eine Pflicht-Beobachtungsfahrt. Nach 1.000 km kann weitere Ausbildung in der Fahrschule nötig sein.

Ersetzt das Üben mit Eltern die Fahrschule?

Nein, es ergänzt sie. Beschlossen sind 6 Fahrstunden vorher, laut Entwurf folgen mindestens 6 weitere.

Ab wann kann unser Bundesland mitmachen?

Offen. Das Gesetz soll ab 1. Juli 2027 gelten. Wann welches Land das Modell einführt, steht noch nicht fest.

Gibt es in TheorieCoach ein Fahrtenbuch?

Es ist schon entwickelt. Wir schalten es frei, sobald die neuen Regeln gelten.

Quellen

Diese Seite erklärt die Rechtslage allgemein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Verbindlich sind die verkündeten Gesetze und Verordnungen sowie die Auskunft deiner Fahrerlaubnisbehörde. Zuletzt geprüft am 06. November 2026.

Für Eltern

Fortschritt sehen, Kosten im Griff

Mit TheorieCoach lernt dein Kind die Theorie strukturiert, in seinem Tempo und in seiner Sprache. Die ersten 100 Fragen sind kostenlos.

Weiterlesen

Vorschau · neue Reform-Version · Stand 06.11.2026 · noch nicht live auf theoriecoach.app