Kosten · Reform 2027

Führerschein-Kosten nach der Reform:
was wirklich sinken kann

Klasse B kostet laut Verkehrsministerium heute im Schnitt rund 3.400 Euro. Die Reform soll den Führerschein günstiger machen. Wie viel davon bei dir ankommt, ist offen. Hier siehst du, welche Posten sich ändern sollen und welche bleiben.

Stand: Bundestag hat beschlossen, Bundesrat entscheidet noch. Der Bundestag hat am 05.11.2026 das Gesetz zur Reform der Fahrausbildung beschlossen. Der Bundesrat muss dem Gesetz und der Verordnung noch zustimmen, seine nächste Sitzung ist am 20.11.2026. Laut Verordnungsentwurf startet die Reform in zwei Stufen: Ab 1. Januar 2027 soll die Theorie frei lernbar sein, auch komplett per App. Ab 1. Juli 2027 sollen die neue Prüfung und das Gesetz gelten, etwa das Üben mit Eltern. (Stand 06.11.2026)

Kurz gesagt: Die Reform soll feste Pflichtposten streichen (Präsenzpflicht beschlossen, Sonderfahrten laut Entwurf) und Preise vergleichbar machen. Wie stark Preise sinken, ist offen und hängt laut SPD von den Fahrschulen ab. Die größten Kostentreiber bleiben: Fahrstunden, Fahrzeug und nicht bestandene Prüfungen.

Welche Posten die Reform berührt

Die Tabelle zeigt, was heute gilt und was geplant ist. Achte auf die Kategorie: beschlossen heißt vom Bundestag verabschiedet. Laut Entwurf heißt: steht in der Verordnung, über die der Bundesrat noch entscheidet.

KostenpostenHeute (altes Recht)GeplantBerührt?
TheorieunterrichtPflicht: 12 Doppelstunden Grundstoff + 2 klassenspezifisch in der FahrschuleBeschlossen: Präsenzpflicht entfällt. Laut Entwurf ab 1.1.2027: App, hybrid oder Präsenz. Die Fahrschule entscheidet, was sie anbietet.Ja
Sonderfahrten12 Pflichtfahrten à 45 Min: 5 Überland, 4 Autobahn, 3 DunkelheitLaut Entwurf ab 1.1.2027: keine feste Zahl mehr. Die Fahrten bleiben Pflicht, Umfang nach Ausbildungsstand.Ja
ÜbungsfahrstundenNach KönnenLaut Entwurf: Simulatoren dürfen stärker eingesetzt werden. Üben mit Eltern kann ergänzen, wo das Land es einführt.Teilweise
Üben mit ElternGibt es nichtBeschlossen: als Ergänzung zur Fahrschule, frühestens ab 1.7.2027 und nur in Ländern mit eigener Verordnung. Laut Entwurf mit Einweisung und Beobachtungsfahrt in der Fahrschule.Neu
Praktische PrüfungFahrzeit 30 Min, Gesamtdauer 55 MinLaut Entwurf ab 1.7.2027: Fahrzeit 25 Min, Gesamtdauer 40 Min. Ziel: mehr Prüfungen, kürzere Wartezeiten.Ja (Ablauf)
Theorieprüfung30 Fragen, max. 10 FehlerpunkteGeplant (BMV): rund 840 statt 1.169 Fragen; laut Entwurf ab 1.7.2027 1 Punkt je Frage, höchstens 3 FehlerpunkteJa (Ablauf)
Fahrzeug und BetriebHauptkostentreiber laut LinkeÄndert die Reform laut Linke nichtNein
WiederholungsprüfungenJeder Fehlversuch kostet erneutBleibt soNein
Sehtest, Erste Hilfe, PassbildGehören zum Führerschein-WegNicht Teil der Reform-InhalteNein

Quellen: BMV, dpa vom 05.11.2026, Bundesrat-Drucksache 365/26.

Neu ist außerdem die Transparenz. Preise und Bestehensquoten aller Fahrschulen sollen laut BMV online in der Mobilithek erscheinen. Vergleichsportale sollen die Daten nutzen können. Ob das die Preise senkt, ist offen.

Wie viel billiger? Wer was erwartet

Eine belastbare Zahl gibt es noch nicht. Die Schätzungen gehen weit auseinander:

WerErwartung
Bundesverkehrsministerium (BMV)Klasse B kostet heute im Schnitt rund 3.400 Euro.
Steffen Bilger (CDU)Ersparnis von mehreren hundert Euro, im besten Fall bis zu 1.000 Euro.
ADACIm besten Fall bis zu einem Drittel günstiger, aber nicht zulasten von Qualität und Sicherheit.
SPD (Truels Reichardt)Noch nicht absehbar, hängt von den Fahrschulen ab.
Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände (Kurt Bartels), Verband Moving1.000 Euro Ersparnis sind nicht nachvollziehbar bzw. unrealistisch.
Die Linke (Jorrit Bosch)Die Hauptkostentreiber ändert die Reform nicht: Fahrzeug, Betrieb, viele Fahrstunden, Fehlversuche.

Quellen: BMV-Pressemitteilung vom 20.05.2026, dpa vom 05.11.2026.

Wir nennen bewusst keine eigene Ersparnis-Zahl. Wie stark die Preise sinken, ist offen. Es hängt davon ab, wie Fahrschulen ihre Angebote neu zuschneiden. Und davon, wie viele Fahrstunden du persönlich brauchst.

Was die Reform nicht ändert

Die Linke weist auf einen wichtigen Punkt hin. Die teuersten Bausteine sind Fahrzeug, Betrieb, viele Fahrstunden und Fehlversuche. Daran ändert die Reform nach ihrer Einschätzung nichts. Auch die neuen Wege kommen nicht ohne Fahrschule aus:

  • Fahrstunden bleiben Pflicht. Auch fürs Üben mit Eltern brauchst du laut beschlossenem Gesetz vorher 6 Fahrstunden in der Fahrschule.
  • Laut Entwurf folgt nach 500 bis 600 km eine Beobachtungsfahrt, danach mindestens 6 weitere Fahrstunden. Nach 1.000 km kann weitere Ausbildung nötig sein.
  • Simulatoren dürfen laut Entwurf mehr übernehmen. Die Sonderfahrten dürfen aber nicht ausschließlich im Simulator stattfinden.
  • Jede nicht bestandene Prüfung kostet erneut Gebühren, Zeit und meist zusätzliche Fahrstunden.

Mehr zum Üben mit Eltern: Fahrpraxisanleiter. Zu den Sonderfahrten: Fahrstunden und Sonderfahrten.

Wichtig: Stichtag ist laut Entwurf der 1. Januar 2027. Wer vorher anfängt, absolviert Pflicht-Theorieunterricht und 12 Sonderfahrten wie bisher, auch nach dem Jahreswechsel. Wer ab Januar anfängt, kann die Theorie frei lernen; Sonderfahrten richten sich dann nach dem Können.

Der größte Hebel: beim ersten Mal bestehen

Aus unserer Sicht als Fahrlehrer liegt der größte Hebel bei dir selbst. Jede Wiederholung kostet Prüfungsgebühr, zusätzliche Fahrstunden und Zeit. Das gilt heute und nach der Reform.

  • Theorie früh lernen. Wer Regeln und Verkehrszeichen kennt, kann die Fahrstunden aufs Fahren konzentrieren.
  • Mit Prüfungssimulation üben, bis du sicher bist. Laut Entwurf zählt ab Juli 2027 jede Frage 1 Punkt, sicherheitsrelevante Fragen dürfen nicht falsch sein. Mehr: Theorieprüfung 2027.
  • Prüfungsreife ernst nehmen. Laut Entwurf bestätigt die Fahrschule sie erst nach mindestens einer bestandenen Testfahrt in Prüfungslänge.
  • Preise und Quoten vergleichen, sobald sie veröffentlicht sind. Eine günstige Fahrstunde hilft wenig, wenn du öfter zur Prüfung musst.

Was die Theorieprüfung heute kostet: Theorieprüfung Kosten.

Was TheorieCoach beitragen kann

TheorieCoach kommt von Fahrlehrern aus Braunschweig. Die App enthält die amtlichen Prüfungsfragen mit Bild- und Videofragen, Erklärungen und Prüfungssimulation, in 15 Lernsprachen. 100 Fragen sind gratis, Premium kostet einmalig 9,99 Euro für 12 Monate, kein Abo. Bis Ende 2026 ist die App Vorbereitung neben dem Pflichtunterricht. Wer ab 1. Januar 2027 anfängt, soll die Theorie laut Entwurf komplett per App lernen dürfen.

Häufige Fragen zu den Kosten

Wird der Führerschein durch die Reform billiger?

Offen. Steffen Bilger (CDU) hält mehrere hundert Euro Ersparnis für möglich, die Fahrlehrerverbände halten 1.000 Euro für unrealistisch. Laut SPD hängt es von den Fahrschulen ab.

Fällt der Theorieunterricht als Kostenposten weg?

Beschlossen ist: Die Präsenzpflicht entfällt, der Bundesrat muss noch zustimmen. Ob deine Fahrschule weiter Unterricht anbietet und was er kostet, entscheidet sie selbst.

Muss ich weniger Sonderfahrten bezahlen?

Laut Entwurf gibt es keine feste Zahl mehr. Überland, Autobahn und Dunkelheit bleiben Pflicht. Wie viele Fahrten du brauchst, richtet sich nach deinem Ausbildungsstand.

Spart Üben mit Eltern Geld?

Nicht automatisch. Fahrstunden bleiben Pflicht, dazu kommen laut Entwurf Einweisung und Beobachtungsfahrt in der Fahrschule. Und es gilt nur in Bundesländern, die es einführen.

Soll ich mit dem Anfangen warten, um zu sparen?

Das hängt von deinem Zeitplan ab. Stichtag ist laut Entwurf der 1. Januar 2027; eine Ersparnis ist nicht sicher. Entscheidungshilfe: Jetzt anfangen oder warten?

Quellen

Diese Seite erklärt die Rechtslage allgemein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Verbindlich sind die verkündeten Gesetze und Verordnungen sowie die Auskunft deiner Fahrerlaubnisbehörde. Zuletzt geprüft am 06. November 2026.

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Vorschau · neue Reform-Version · Stand 06.11.2026 · noch nicht live auf theoriecoach.app