Die neue Theorieprüfung.
Was feststeht, was nicht.
Die Theorieprüfung soll sich mit der Reform ändern: kleinerer Fragenkatalog, 1 Punkt je Frage, strenge Regeln für sicherheitsrelevante Fragen. Diese Details stehen in einer Verordnung, über die der Bundesrat noch entscheidet. Hier trennen wir, was feststeht und was nicht.
Stand: Bundestag hat beschlossen, Bundesrat entscheidet noch. Der Bundestag hat am 05.11.2026 das Gesetz zur Reform der Fahrausbildung beschlossen. Der Bundesrat muss dem Gesetz und der Verordnung noch zustimmen, seine nächste Sitzung ist am 20.11.2026. Laut Verordnungsentwurf startet die Reform in zwei Stufen: Ab 1. Januar 2027 soll die Theorie frei lernbar sein, auch komplett per App. Ab 1. Juli 2027 sollen die neue Prüfung und das Gesetz gelten, etwa das Üben mit Eltern. (Stand 06.11.2026)
Kurz gesagt: Laut Entwurf gilt die neue Bewertung ab 1. Juli 2027: in Klasse B 30 Fragen mit höchstens 3 Fehlerpunkten. Ab wann der kleinere Katalog gilt, ist offen. Bis 30. Juni 2027 prüfst du nach den heutigen Regeln.
Heute vs. geplant
| Punkt | Heute | Geplant |
|---|---|---|
| Fragen Klasse B (Ersterwerb) | 30 | 30 (laut Entwurf) |
| Punkte je Frage | 2 bis 5 | 1 (BMV) |
| Fehlergrenze | höchstens 10 Fehlerpunkte | höchstens 3 Fehlerpunkte (laut Entwurf) |
| Sonderregel | zwei falsche 5-Punkte-Fragen: durchgefallen | sicherheitsrelevante Fragen dürfen nicht falsch sein (BMV) |
| Fragenkatalog | 1.169 Fragen | rund 840 Fragen (BMV, 20.05.2026) |
| Theorieunterricht vorher | Pflicht in der Fahrschule | Lernformat frei für Ausbildungen ab 1.1.2027 (laut Entwurf) |
| Gilt ab | bis 30.6.2027 | Bewertung: geplant 1. Juli 2027; Katalog: offen |
Quellen: BR-Drs. 365/26, BMV-Pressemitteilung vom 20.05.2026, dpa vom 05.11.2026.
Für Erweiterungen nennt der Entwurf 20 Fragen mit höchstens 2 Fehlerpunkten. Wie die Prüfung heute abläuft: Theorieprüfung Klasse B. Wie die Punkte heute zählen: Fehlerpunkte erklärt.
Was feststeht
Der Bundestag hat am 5. November 2026 das Gesetz beschlossen. Für die Theorie heißt das: Die Präsenzpflicht beim Theorieunterricht entfällt. Du kannst per App zu Hause, hybrid oder in Präsenz lernen. Auch das braucht noch die Zustimmung des Bundesrats.
Die Prüfung selbst regelt dagegen die Verordnung (FahrschModV, Bundesrats-Drucksache 365/26). Sie ist geplant, aber nicht beschlossen. Alles in der Spalte „Geplant“ kann sich also noch ändern.
Wichtig: Die neue Prüfung soll laut Entwurf erst ab 1. Juli 2027 gelten, auch für alle, die ab Januar die Theorie frei lernen. Wer vorher zur Prüfung geht, wird nach den heutigen Regeln geprüft: 30 Fragen, höchstens 10 Fehlerpunkte.
1 Punkt je Frage und sicherheitsrelevante Fragen
Heute zählt eine Frage 2 bis 5 Punkte, je nach Bedeutung. Künftig soll laut Ministerium jede Frage 1 Punkt zählen. Dazu kommt eine harte Regel: Sicherheitsrelevante Fragen dürfen nicht falsch beantwortet werden.
Welche Fragen als sicherheitsrelevant gelten, ist offen. Das legen die Prüfungsrichtlinie bzw. die arge tp 21 fest. Eine Liste gibt es noch nicht.
Rechnerisch heißt der Entwurf: Bei 30 Fragen und 3 Fehlerpunkten brauchst du mindestens 27 richtige Antworten. Das sind 90 Prozent.
Der kleinere Fragenkatalog
Laut Verkehrsministerium soll der Katalog um rund ein Drittel schrumpfen, von 1.169 auf rund 840 Fragen. Der Stoff richtet sich laut Entwurf weiter nach Anlage 7 Nr. 1.1 FeV. Verkehrsregeln, Vorfahrt und Gefahrenlehre bleiben also Thema.
Wie heute gilt auch laut Entwurf: Zur Theorieprüfung darfst du frühestens 3 Monate vor deinem Mindestalter. Bei der Prüfung wird dein Ausweis kontrolliert.
Offen ist, ab wann der neue Katalog gilt und welche Fragen wegfallen. Bis dahin lernst du mit dem aktuellen Katalog: Fragenkatalog nach Themen.
Was das fürs Lernen heißt
Weniger Fragen klingt leichter. Aber jede Frage wiegt mehr, und bei sicherheitsrelevanten Fragen gibt es keinen Puffer. Auswendig gelernte Antworten tragen dann nicht weit.
- Verstehen statt auswendig: Lies zu jeder Frage die Erklärung. Wer die Regel kennt, löst auch eine neue Variante.
- Wichtige Themen zuerst: Vorfahrt, Geschwindigkeit, Bahnübergang, Fußgänger und Alkohol sollten sitzen, bevor du weitermachst.
- Fehler abarbeiten: Fragen, die du falsch hattest, wiederholst du, bis sie mehrmals hintereinander sitzen.
- Mit Puffer simulieren: Bestehe mehrere Simulationen in Folge mit höchstens 1 bis 2 Fehlern, ohne Fehler bei Vorfahrt, Bahnübergang, Fußgängern oder Alkohol. Nach den geplanten Regeln wären 3 Fehler genau die Grenze. Eine Garantie ist das nicht.
TheorieCoach hat einen Prüfmodus nach dem neuen Muster schon entwickelt. Wir schalten ihn frei, sobald die neuen Regeln gelten. Den neuen Katalog spielen wir ein, sobald er veröffentlicht ist, für Premium-Nutzer ohne Aufpreis. Den passenden Lernplan findest du unter Theorie selbst lernen.
Häufige Fragen
Wie viele Fehlerpunkte sind in der neuen Prüfung erlaubt?
Laut Entwurf höchstens 3 Fehlerpunkte bei 30 Fragen in Klasse B. Beschlossen ist das noch nicht, der Bundesrat muss der Verordnung zustimmen.
Ab wann gilt die neue Theorieprüfung?
Die neue Bewertung (1 Punkt je Frage, höchstens 3 Fehlerpunkte) soll laut Entwurf ab 1. Juli 2027 gelten. Ab wann der neue Fragenkatalog gilt, steht noch nicht fest.
Was sind sicherheitsrelevante Fragen?
Fragen, die du laut Ministerium nicht falsch beantworten darfst. Welche das sind, ist offen und wird über die Prüfungsrichtlinie bzw. die arge tp 21 festgelegt.
Wird die Prüfung leichter?
Geplant sind rund 840 statt 1.169 Fragen. Die Fehlergrenze soll laut Entwurf aber enger werden. Wer den Stoff versteht, ist im Vorteil.
Ich mache die Prüfung vor Juli 2027. Was gilt für mich?
Bis 30. Juni 2027 gilt laut Entwurf die heutige Prüfung: 30 Fragen, höchstens 10 Fehlerpunkte. Das gilt auch, wenn du ab Januar die Theorie per App gelernt hast.
Quellen
- Bundesrat-Drucksache 365/26: Verordnung zur Modernisierung der Fahrschulausbildung
- BMV-Pressemitteilung zum Kabinettsbeschluss (20.05.2026)
- dpa via ARIVA: Bundestag stimmt Reform zu – wird Führerschein günstiger? (05.11.2026)
- Deutscher Bundestag: Abstimmung über Änderung des Fahrlehrergesetzes (KW 45/2026)
Diese Seite erklärt die Rechtslage allgemein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Verbindlich sind die verkündeten Gesetze und Verordnungen sowie die Auskunft deiner Fahrerlaubnisbehörde. Zuletzt geprüft am 06. November 2026.
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